Warum wird die Gewürznelke in vielen Kulturen mit dem Mundbereich, dem Sprechen und dem Schutz in Verbindung gebracht?

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Maya

Redakteurin Naturamada

In vielen Teilen der Welt wird die Gewürznelke wird mit dem Mund, dem Sprechen, dem Atmen und sogar mit symbolischen Vorstellungen von Schutz in Verbindung gebracht. Diese kulturelle Konvergenz macht neugierig: Warum wird diese kleine getrocknete Blume mit diesen spezifischen, manchmal geografisch weit entfernten Verwendungszwecken in Verbindung gebracht?

1. Die Gewürznelke und die Mundregion: eine erstaunliche kulturelle Konvergenz

In vielen asiatischen und afrikanischen Kulturen wird die Gewürznelke gekaut oder als Abkochung verwendet, oft um den Atem zu erfrischen oder die Verdauung zu fördern.

Beispiele:

  • In Südostasien wurde er historisch zur Erfrischung des Atems vor sozialen oder zeremoniellen Gesprächen verwendet (Encyclopaedia Britannica, n.d.).

  • In Indien erwähnt der Ayurveda seine Verwendung für die Mundhygiene und für ein angenehmes Mundgefühl (Pramod, Ansari, & Ali, 2010).

  • Im mittelalterlichen Europa wurde er in Mischungen verwendet, um Körpergerüche, insbesondere Mundgerüche, zu überdecken.

2. Warum dieses sofortige Gefühl im Mund?

Gewürznelken enthalten eine hohe Konzentration anEugenol, einer flüchtigen aromatischen Verbindung, die leicht betäubend und antibakteriell wirkt (Chaieb et al., 2007; Cortés-Rojas, de Souza, & Oliveira, 2014). Eugenol wirkt auf die sensorischen Rezeptoren im Mund, schränkt das Wachstum von oralen Bakterien ein und sorgt für ein sofortiges Gefühl. Es ist bekannt, dass es dieses leicht betäubende Gefühl erzeugt, wenn es mit den Mundschleimhäuten in Berührung kommt, eine Wahrnehmung, die oft als leichte „Taubheit“ oder diffuse Wärme im Mund beschrieben wird. Diese Eigenschaft hat in der Geschichte die Verwendung von Gewürznelken in der Nähe des Mundes oder in aromatischen Getränken gefördert (Özbek, A. & Ergönül, M. 2024).

3. Wort, Atem und Schutz: eine alte symbolische Verbindung

In einigen traditionellen Kulturen wurde die Gewürznelke mit dem Wort und dem Begriff des sozialen oder spirituellen Schutzes in Verbindung gebracht.

Zum Beispiel :

  • Im alten China war das Kauen einer Gewürznelke vor einer kaiserlichen Audienz Teil eines Rituals zur symbolischen Vorbereitung auf den verbalen Austausch.

  • Immittelalterlichen Europa wurde die Gewürznelke manchmal getragen oder in Textilien und Kleidung eingearbeitet, nicht nur wegen ihres Duftes, sondern auch im Zusammenhang mit dem Schutz vor schlechten Gerüchen und symbolisch gegen schädliche Einflüsse (Wikipedia, 2025).

Diese Verbindung zwischen Geruch, klarer Sprache und sozialer Präsenz spiegelt ein altes Verständnis der Beziehungen zwischen Körper, Sprache und der sozialen Welt wider.

4. Zeitgenössische Lektüre: Warum diese Bräuche heute wiederkehren

Das erneute Interesse an Gewürznelken im Jahr 2026 lässt sich durch mehrere Strömungen erklären. Einerseits gibt es eine Rückbesinnung auf identifizierbare Zutaten, die man leicht erkennen und in der Küche oder bei traditionellen Zubereitungen verwenden kann. Andererseits gibt es eine wachsende Neugier auf die Verbindung zwischen Kultur und sensorischer Nutzung, die dazu führt, zu erforschen, wie bestimmte Gewürze die Wahrnehmung, das Gedächtnis und die täglichen Gesten beeinflussen.

Schlussfolgerung

Die Gewürznelke verkörpert eine Verbindung zwischen Kultur, Geschichte und Wissenschaft. Ihre Verwendung, ob kulinarisch, symbolisch oder sensorisch, zeigt, wie eine Pflanze die Jahrhunderte überdauern kann und auch heute noch ihre Relevanz behält. Wissenschaftliche Daten über ihre bioaktiven Verbindungen, wie Eugenol, bestätigen einige der traditionell beobachteten Eigenschaften, insbesondere im Hinblick auf Mund und Sprache, ersetzen jedoch nicht den kulturellen Kontext und die überlieferten Praktiken. Das Verständnis der Gewürznelke in ihrer traditionellen Verwendung, ihrer kulturellen Symbolik und ihrem wissenschaftlichen Wert ermöglicht es uns, dieses Gewürz in unserer Küche und bei unseren täglichen Handlungen voll zu schätzen.

Bibliographie

Chaieb, K., Hajlaoui, H., Zmantar, T., Kahla-Nakbi, A. B., Rouabhia, M., Mahdouani, K., & Bakhrouf, A. (2007). Die chemische Zusammensetzung und biologische Aktivität des ätherischen Öls der Clove. Phytotherapy Research, 21(6), 501-506. https://doi.org/10.1002/ptr.2124

Cortés-Rojas, D. F., de Souza, C. R. F., & Oliveira, W. P. (2014). Clove(Syzygium aromaticum): Ein kostbares Gewürz. Asian Pacific Journal of Tropical Biomedicine, 4(2), 90-96. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S222116911360839X

Encyclopaedia Britannica (n.d.). Clove. https://www.britannica.com/plant/clove

Özbek, A., & Ergönül, M. (2024). Clove essential oil and eugenol: A review of their significance and uses. Food Bioscience, 62, 105112. https://doi.org/10.1016/j.fbio.2024.105112

Pramod, K., Ansari, S. H., & Ali, J. (2010). Eugenol: A natural compound with versatile pharmacological actions. Natural Product Communications, 5(12), 1999-2006. https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/1934578X1000501229

Van Wyk, B.-E., & Wink, M. (2017). Arzneipflanzen der Welt (2. Aufl.). CABI. https://www.cabi.org/bookshop/book/9781780647814/

World Health Organization. (1999). WHO monographs on selected medicinal plants (Vol. 1) . https://apps.who.int/iris/handle/10665/42052.

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